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Steel Tongue MIDI Player

August 12, 2023

Steel Tongue MIDI Player

I had AI write most of this post. This lets me revisit and document older projects.

Projektbeschreibung

Die Idee für dieses Spaßprojekt war ebenso einfach wie faszinierend: Was wäre, wenn sich eine Steel Tongue Drum wie ein elektronisches Instrument über MIDI ansteuern ließe? Könnte man eine akustische Steel Tongue mit einem Keyboard verbinden und sie automatisch Melodien spielen lassen?

Aus dieser Frage entstand der Steel Tongue MIDI Player. Ziel des Projekts war es, die einzelnen Zungen einer Steel Tongue Drum mithilfe elektromagnetischer Aktoren anzuschlagen und dadurch über ein beliebiges MIDI-fähiges Gerät spielen zu können. Das Ergebnis verbindet die warme, organische Klangwelt eines akustischen Instruments mit der Flexibilität digitaler Musiksteuerung.

Neben dem musikalischen Aspekt diente das Projekt auch als praktische Übung in den Bereichen Mikrocontroller-Programmierung, Leistungselektronik und dem Zusammenspiel von Hard- und Software. Es zeigt, wie digitale und analoge Welten auf kreative Weise miteinander verschmelzen können.

Der fertige Prototyp des Steel Tongue MIDI Players.

Warum dieses Projekt?

Mich begeistert die Schnittstelle zwischen Software und der physischen Welt. Während viele meiner Projekte im Browser stattfinden, bot dieses Experiment die Möglichkeit, digitale Signale hör- und sichtbar werden zu lassen.

Der Steel Tongue MIDI Player entstand weniger aus einem konkreten Anwendungsfall als aus Neugier: Kann man mit einfachen Mitteln ein akustisches Instrument automatisieren und gleichzeitig seinen charakteristischen Klang erhalten?

Die Antwort lautet: Ja – und genau darin liegt der Reiz von Maker-Projekten.

Erster Prototyp

Der erste Prototyp.

Funktionsweise

Signalfluss des Steel Tongue MIDI Players

Der Signalfluss des Steel Tongue MIDI Players – vom eingehenden MIDI-Befehl bis zum angeschlagenen Ton der Steel Tongue Drum.

Der Steel Tongue MIDI Player übersetzt eingehende MIDI-Befehle in mechanische Bewegungen, die die Steel Tongue Drum zum Klingen bringen.

  1. Ein MIDI-fähiges Gerät (z. B. Keyboard, Computer oder MIDI-Interface) sendet ein MIDI-Signal.
  2. Das Signal wird über eine MIDI-Buchse empfangen und durch einen Optokoppler (6N138) galvanisch vom restlichen System getrennt.
  3. Der Optokoppler leitet die MIDI-Daten an den seriellen Eingang des Arduino Uno weiter.
  4. Der Arduino interpretiert die empfangenen MIDI-Nachrichten und erkennt die gespielte Note.
  5. Über zwei Schieberegister (74HC595) werden die entsprechenden Ausgänge angesteuert.
  6. Die Ausgänge der Schieberegister schalten die MOSFETs.
  7. Die MOSFETs versorgen die jeweiligen Magnetspulen mit Strom.
  8. Durch das entstehende Magnetfeld werden die Kolben (Pistons) angezogen.
  9. Die daran befestigten Schlägel schlagen auf die entsprechenden Zungen der Steel Tongue Drum.
  10. Die angeschlagene Zunge erzeugt den gewünschten Ton.

Auf diese Weise wird aus einem digitalen MIDI-Befehl ein realer akustischer Klang.

Aufbau der Steuerungselektronik im Prototyp

Aufbau der Steuerungselektronik im Prototyp.

Herausforderungen

Während die grundsätzliche Funktionsweise vergleichsweise einfach erscheint, brachte die Umsetzung einige technische und mechanische Herausforderungen mit sich.

Die Magnetspulen benötigen deutlich höhere Ströme als die Ausgänge eines Mikrocontrollers liefern können. Daher mussten MOSFETs als Leistungsschalter eingesetzt werden. Gleichzeitig reichten die verfügbaren digitalen Ausgänge des Arduino Uno nicht aus, um alle Magnetspulen einzeln anzusteuern. Aus diesem Grund kamen Schieberegister (74HC595) zum Einsatz, die die Anzahl der nutzbaren Ausgänge erweitern. Dadurch konnten mit nur wenigen Steuerleitungen des Arduino insgesamt elf Aktoren unabhängig voneinander angesteuert werden.

Die größte Herausforderung lag jedoch in der Mechanik. Damit die Steel Tongue zuverlässig klingt, müssen die Schlägel die Zungen mit einer gleichmäßigen Kraft treffen. In den ersten Prototypen waren die Halterungen der Magnetspulen und Schlägel jedoch nicht ausreichend stabil. Dadurch variierten die Anschläge in ihrer Intensität: Manche Töne wurden deutlich lauter als andere, während einzelne Schläge zu schwach ausfielen.

Hinzu kamen die mechanischen Geräusche des Systems. Die Bewegung der Pistons, das Spiel in den Halterungen und die Schläge der Aktoren erzeugten hörbare Nebengeräusche, die teilweise mit dem eigentlichen Klang der Steel Tongue konkurrierten. Die Konstruktion musste daher mehrfach angepasst werden, um Vibrationen zu reduzieren und die Stabilität der Befestigungen zu verbessern.

Das Projekt hat gezeigt, dass die größte Schwierigkeit nicht in der Auswertung der MIDI-Daten oder der Elektronik lag, sondern im Zusammenspiel von Mechanik und Klang. Bereits kleine Veränderungen an Material, Befestigung oder Ausrichtung hatten einen spürbaren Einfluss auf die Klangqualität und die Zuverlässigkeit des Instruments.

Mechanischer Aufbau Mechanischer Aufbau Mechanischer Aufbau

Die Mechanik erforderte mehrere Iterationen, um gleichmäßige und reproduzierbare Anschläge zu erzeugen.

Teileliste

Für den Aufbau wurden folgende Komponenten verwendet:

  • 1× MIDI-Buchse
  • 1× Optokoppler (6N138)
  • 1× Arduino Uno
  • 2× Schieberegister (74HC595)
  • 1× MIDI-Kabel
  • 1× 24-Volt-Netzteil
  • 1× 5–9-Volt-Netzteil
  • 11× MOSFETs
  • 1× Kondensator
  • 2× 220-Ω-Widerstände
  • 1× 4,7-kΩ-Widerstand
  • 11× 999-Ω-Widerstände
  • 12× Dioden
  • 14× Steckverbinder

Steuerungselektronik des Steel Tongue MIDI Players Detailansicht der Verdrahtung

Die Elektronik des Prototyps im Aufbau. Zu sehen sind die verlöteten Verbindungen zwischen Arduino Uno, Schieberegistern und den Leistungstreibern für die Magnetspulen.

Fazit

Der Steel Tongue MIDI Player zeigt, wie sich digitale und akustische Musikwelten miteinander verbinden lassen. Aus einem einfachen MIDI-Signal entsteht durch Mikrocontroller, Leistungselektronik und Mechanik ein physischer Klang auf einem traditionellen Instrument. Ein ähnlicher Ansatz – digitale Signale in physisch wahrnehmbare Effekte übersetzen – steckt auch im DIY LED Music Visualizer, der Musik in Licht verwandelt.

Das Projekt vereint Kreativität, Elektronik und Programmierung und verdeutlicht, dass spannende technische Experimente nicht immer einem praktischen Zweck dienen müssen. Manchmal reicht die Frage: „Wäre es nicht cool, wenn das funktionieren würde?“ – und plötzlich spielt eine Steel Tongue Drum von selbst.

Der fertige Prototyp beim Testen.