Netzwerkschrank Goethe45
November 11, 2024

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Projektbeschreibung
Mein Büro befand sich im Technikraum der Goethe45 in Bremerhaven. Um mehr Platz zu gewinnen, baute ich den alten Netzwerkschrank aus und ersetzte ihn durch ein neues, sauber verkabeltes System. Rack, Patchpanels und alle weiteren Komponenten lagen bereits vor Ort bereit – es ging also vor allem um den Aufbau und die Verkabelung selbst.
Das Ziel: Alle Netzwerkdosen der Büroetage strukturiert an einem zentralen Patchpanel zusammenzuführen, zwei WLAN-Router einzubinden und den Schrank so aufzubauen, dass er langfristig wartbar bleibt.

Blick in den fertigen Netzwerkschrank: Alle Patchpanels sind montiert und verkabelt.
Ausgangssituation
Die Netzwerkdosen in den neun Büroräumen waren bereits verlegt – je nach Raumgröße mit ein bis drei Doppeldosen. Die Cat-7-Kabel liefen bisher unstrukturiert und nicht terminiert in den Technikraum. Ein funktionierender, sauber beschrifteter Netzwerkschrank fehlte. Zusätzlich kam eine Verbindung aus dem Keller über Cat-Kabel, die ebenfalls eingebunden werden musste.
Aufbau und Vorgehensweise
Rack einbauen und Patchpanels montieren
Als erstes wurde der alte Schrank entfernt und der neue Rack an seinem Platz montiert. Anschließend wurden die Patchpanels eingesetzt und beschriftet, um die spätere Zuordnung der Kabel zu erleichtern.

Eines der ersten montierten Patchpanels, noch vor dem Einlegen und Terminieren der Kabel.
Kabel absetzen und terminieren
Der aufwändigste Teil war das Vorbereiten der Cat-7-Kabel. Jedes Kabel musste einzeln abgemantelt werden – dabei zeigte sich die komplexe Abschirmkonstruktion der UCHWE Cat-7-Super-Screen-Kabel: Jedes Adernpaar ist einzeln mit Aluminiumfolie abgeschirmt, zusätzlich umgibt ein geflochtener Gesamtschirm alle Paare.

Die abgesetzten Cat-7-Kabel vor dem Einlegen in die Patchpanels.

Nahaufnahme eines abgesetzten Cat-7-Kabels mit Folienabschirmung pro Adernpaar und Geflecht-Gesamtschirm.
Anschließend wurden die Adern in die Schneid-Klemm-Kontakte der Patchpanel-Module eingelegt und eingedrückt. Die Abschirmung wurde dabei sorgfältig mit den Erdungspunkten des Panels verbunden.

Ein Patchpanel auf der Werkbank beim Terminieren. Die Kabel werden einzeln eingelegt, bevor das Panel in den Schrank eingebaut wird.

Fertig terminierte Rückseite. Gut zu sehen sind die eingelegten Adern und die aufgefalteten Schirmfolien.

Nahaufnahme beim Einlegen der farbcodierten Adern in die Schneid-Klemm-Kontakte.
Kabelführung
Die Kabel liefen gebündelt durch eine zentrale Einführung in den Technikraum. Dabei musste ich darauf achten, die Biegeradien der Cat-7-Kabel einzuhalten und die verschiedenen Kabeltypen sauber getrennt zu führen.

Die Kabeleinführung mit den verschiedenen Kabeltypen: weiße Cat-7-Kabel von den Bürodosen, schwarze Leitungen und gelbe Patchkabel.

Mehrere Kabel auf dem Weg zu den Terminierungsblöcken – saubere Führung war hier entscheidend.
Herausforderungen
Die größte Hürde war das Abschirmen und Einlegen der Cat-7-Kabel. Im Vergleich zu einfacheren Kabelkategorien besitzen Cat-7-Kabel eine deutlich komplexere Abschirmstruktur – neben dem Gesamtschirm ist jedes der vier Aderpaare einzeln mit Aluminiumfolie ummantelt. Das macht das Absetzen zeitaufwändig und erfordert Sorgfalt, damit die Abschirmung korrekt kontaktiert wird und die empfindlichen Adern unbeschädigt bleiben.
Bei neun Räumen mit insgesamt über 50 Ports wiederholt sich dieser Vorgang viele Male – Fehler beim Einlegen zeigen sich erst beim Test.
Ergebnis
Nach einigen Tagen Nebenher-Arbeit war der Schrank fertig aufgebaut, alle Ports terminiert und die beiden WLAN-Router ins System eingebunden. Der neue Schrank ersetzte den alten und schaffte gleichzeitig deutlich mehr Platz im Technikraum.

Eines der ersten Patchkabel eingesteckt – die Verbindung zwischen zwei Ports wird hergestellt.

Eine Reihe fertig terminierter Module – das Ergebnis vieler Wiederholungen desselben sorgfältigen Arbeitsschritts.
Was ich gelernt habe
Das Projekt war mein erster tiefer Einstieg in strukturierte Netzwerkverkabelung. Ich habe die Grundlagen der Netzwerktechnik praktisch kennengelernt: den Aufbau von Patchpanels, das Funktionsprinzip von Schneid-Klemm-Verbindungen und die Bedeutung korrekter Schirmung. Besonders wertvoll war die Erkenntnis, dass saubere Handwerksarbeit – gleichmäßige Biegeradien, korrekt eingelegte Adern, konsequente Beschriftung – den Unterschied zwischen einem System, das funktioniert, und einem, das Probleme bereitet, ausmacht.