Freundchen GmbH – SEO-Website & Internationalisierung
August 31, 2025

I had AI write most of this post. This lets me revisit and document older projects.
Freundchen GmbH – SEO-Website & Internationalisierung
Projektbeschreibung
Die Freundchen GmbH vermietet Ferienwohnungen in Bremerhaven. Das Unternehmen ist aus dem GIF-Studium ausgegründet: Paul Tonndorf, Marius Klein und Falk Brischke starteten die Idee als studentisches MVP mit einer einzigen Wohnung aus der Genossenschaft und überführten sie 2022 in eine eigene GmbH. Heute werden mehrere Wohnungen gemietet, renoviert, möbliert und touristisch untervermietet.
Seit Anfang 2025 bin ich Teil des Teams – als Full-Stack-Entwickler verantwortlich für Konzeption und technische Umsetzung einer neuen Website. Das Projekt erstreckte sich über zwei Module: den Bau der SEO-optimierten Website und anschließend deren Internationalisierung.

Der Prototyp listet die Wohnungen direkt auf der Startseite – mit klarer Buchungsführung statt der generischen Baukasten-Optik.
Das Problem: Abhängigkeit von den Plattformen
Der Ausgangspunkt war eine unbequeme Erkenntnis: Praktisch alle Buchungen liefen über Online-Buchungsportale wie Booking.com und Airbnb. Deren Provisionen kosten spürbar Marge und machen abhängig von den Regeln und Gebühren der Plattformen. Jede Buchung über die eigene Website wäre dagegen deutlich profitabler – und ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit.
Die bestehende Website war jedoch automatisch über den Baukasten von Smoobu generiert, ließ kaum Anpassungen zu und sah so wenig vertrauenswürdig aus, dass Gäste anriefen und fragten, ob es sich um Betrug handle. Ein klares Zeichen für eine schlechte Konversionsrate.
Ziele
Als Projektziel stand die Neugestaltung einer SEO-optimierten Website. Dem ordnete ich zwei messbare Größen unter – mehr Besucher auf der eigenen Seite und einen höheren Anteil an Direktbuchungen –, die ich aus der bestehenden Klickrate und einer branchenüblichen Konversionsrate hergeleitet habe. Die konkreten Zielwerte und Geschäftszahlen behalte ich hier bewusst für mich; sie dienten intern als Orientierung für den Challenge-Zeitraum.
Analyse vor der ersten Zeile Code
Bevor ich gestaltet habe, habe ich eine Markt-, Konkurrenz-, Keyword- und Zielgruppenanalyse durchgeführt.

Neben dem BMC für das Vermietungsgeschäft entstand ein zweites Canvas allein für die Website – sie steht im Zentrum des Projekts.
Bei der Konkurrenz war besonders coast-house.de lehrreich: Die Seite rankt bei „Ferienwohnung Bremerhaven" direkt hinter den großen Portalen und setzt auf Keyword-Cluster mit eigenen Unterseiten (/ferienwohnung-bremerhaven, /fewo-bremerhaven …). Auffällig: Sie verzichtet auf das von Google empfohlene JSON-LD-Format – eine Lücke, die ich besser machen konnte.

Wettbewerber wie Coast House lieferten Inspiration für Struktur und Keyword-Strategie.
Aus der Keyword-Analyse (Google Suche, Search Console, Trends und Keyword-Planer) nehme ich eine schöne Erkenntnis mit: „ferienwohnung" und „ferienhäuser" sind regional unterschiedlich beliebt – in Ostdeutschland wird eher nach „ferienhäuser" gesucht, im Westen nach „ferienwohnung". Für regionale Kampagnen ist das bares Geld wert.
Die technische Entscheidung: Baukasten oder selbst bauen?
Der Smoobu-Baukasten wurde meinen Anforderungen – Lokalisierung, A/B-Testing, technisches SEO und Performance – nicht gerecht. Im Austausch (auch mit ChatGPT als technischem Sparringspartner) fiel die Entscheidung auf einen selbst programmierten Ansatz mit Next.js, Tailwind und Vercel – ohne CMS, mit Inhalten in JSON-Dateien. Für Lokalisierung kam next-intl infrage, für A/B-Testing PostHog, für strukturierte Daten schema.org/JSON-LD.
Diese Wahl deckte sich mit meinen Erfahrungen: Webflow und Shopify waren für den Zweck überdimensioniert oder zu unflexibel, während ich mit Next.js performant, skalierbar und kosteneffizient arbeiten konnte. Die SEO-Maßnahmen umfassten Rich Snippets per schema.org, Core Web Vitals, Mobile-First, lokale Keywords und Backlinks sowie informative Blogbeiträge für Suchanfragen mit Informationsabsicht („Was tun in Bremerhaven mit Kindern?"). Ergänzend: Google Hotel Ads, Google Business und Analytics für die Auswertung.
Ein Gespräch mit einem befreundeten SEO-Experten brachte die wichtigste Haltung: SEO ist ein langfristiger, strategischer Prozess. Die technische Basis – Pagespeed, Mobile-First, saubere Struktur – hilft beim Ranking, aber viele vermeintliche Tricks sind überholt.
Teil 2: Internationalisierung
Mit der stehenden Website folgte das zweite Modul: die Internationalisierung mit Fokus auf Dänemark. Die Wahl fiel datenbasiert – gemessen an den Übernachtungen im Land Bremen und ins Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt, hat Dänemark prozentual die meisten Übernachtungen. Die Niederlande (gute Deutschkenntnisse) und die Schweiz (deutschsprachig) fielen damit als Primärziel raus.

Strategisch ist die Vermietung an ausländische Gäste ein „Export von Dienstleistungen" – ein bestehendes Produkt erschließt einen neuen Markt (Markterschließung in der Ansoff-Matrix).
Theoretisch habe ich mich mit den Formen der Internationalisierung (Export, Lizenz, Franchising, Joint Venture, Niederlassung, Tochtergesellschaft) und ihren Stufen von Kontrolle, Risiko und Kapitalbedarf auseinandergesetzt. Da der Ort der Leistungserbringung in Bremerhaven bleibt, ist es ein reiner Export von Dienstleistungen – eine geografische Zielgruppenerweiterung ohne Produktänderung. Rechtlich-steuerlich ändert sich dadurch wenig: Dänemark ist EU- und Schengen-Land, Umsatz- und Einkommensteuer fallen weiter in Deutschland an. Sinnvoll ist aber, Impressum und Datenschutz (Art. 12 DSGVO) in die Zielsprache zu übersetzen.
Transkreation statt wörtlicher Übersetzung
Technisch habe ich die Grundlage gelegt, Inhalte nicht nur zu übersetzen, sondern zu transkreieren – also Tonfall, kulturellen Kontext und emotionale Wirkung anzupassen. Mit dem Hofstede-Modell als Raster habe ich gezielt dänische Begriffe eingesetzt, die wirken: hygge (Gemütlichkeit), afslapning (Entspannung), autentisk oplevelse (authentisches Erlebnis). Weil WLAN und Kartenzahlung für dänische Gäste besonders wichtig sind, habe ich eine eigene dänische Startseite gebaut, die genau das hervorhebt.

Eine eigens transkreierte Startseite für den dänischen Markt – mit länderspezifischen Inhalten statt bloßer Übersetzung.

Auch die einzelnen Wohnungen wurden mit dänischen Keywords wie „lej en lejlighed i Bremerhaven med WiFi" lokalisiert.
Stand des Projekts
Das Projekt ist nicht live gegangen. Entstanden ist ein funktionierender, mehrsprachiger Prototyp auf Basis von Next.js – mit deutlich besserer Performance, saubererem technischem SEO, ansprechenderem Design und einer eigenen, transkreierten Variante für den dänischen Markt. Ein interner Lighthouse-Vergleich zeigte gegenüber der alten Baukasten-Seite klare Verbesserungen bei Performance, SEO und Best Practices.
Dass die Seite letztlich nicht produktiv ging, ändert wenig am Wert des Projekts. Es war ein intensives Lernprojekt entlang der gesamten Kette: von der Markt- und Zielgruppenanalyse über die Architekturentscheidung bis zur technischen Lokalisierung.
Spannend bleibt das Argument hinter dem Ansatz: Mit einer selbst gebauten Basis kostet eine zusätzliche Sprache fast nichts. Zum Vergleich nur die öffentlichen Preise der Alternativen – mehr als drei Sprachen mit länderspezifischen URLs kosten bei Shopify rund 289 € im Monat, bei Webflow 29 € pro Sprache und Monat, und einige Baukästen (Wix, Squarespace) bieten diese Qualität gar nicht erst an. Eine eigene, Open-Source-basierte Lösung hat dagegen kaum laufende Kosten und ließe sich grundsätzlich auch für weitere private Ferienwohnungs-Anbieter wiederverwenden.
Was ich gelernt habe
Das Projekt war für mich der bisher umfassendste Beweis, wie breit mein Profil inzwischen ist: Projektverantwortung, Konzeption, technische Umsetzung, SEO und Internationalisierung in einem.
Selbst bauen schlägt den Baukasten – wenn die Anforderungen es verlangen. Für i18n, technisches SEO, A/B-Testing und Kostenkontrolle war eine eigene Next.js-Lösung am Ende flexibler und günstiger als jeder Baukasten.
SEO ist Strategie, kein Trick. Die technische Basis legt das Fundament, aber Sichtbarkeit entsteht langfristig – und Vorsicht vor zu guten Versprechen.
Internationalisierung ist mehr als Übersetzung. Hofstede-Modell und Transkreation zusammen sind ein starkes Werkzeug, um zielgruppenspezifisch zu kommunizieren. Mein größter Lerneffekt-Verlust: Der direkte Kontakt zum dänischen Markt kam zu kurz, dadurch blieben echte interkulturelle Erfahrungen teilweise theoretisch.
Die technische Tiefe der Webentwicklung dahinter – warum eine eigene Next.js-Architektur für SEO und Mehrsprachigkeit so gut funktioniert – beleuchte ich im Artikel Next.js Rendering Strategies.